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Steierisches Kürbiskernöl

Aktualisiert: 18. Apr 2018 @ 17:36

Steirisches Kürbiskernöl – wer es bis jetzt noch nicht kennt, sollte das dringend ändern!

Steirischer Kürbis

Nussiges Aroma und eine satte, tiefgrüne Farbe verleihen diesem Öl einen ganz besonderen Charakter.

Cucurbita pepo var sryriac, so sein lateinischer Name, ist ein ganz besonderes Gewächs. Es gehört zu der Gruppe der Ölkürbisse und hat aufgrund einer Genmutation keine harte holzige Schale um seine Kerne. Die Samenschale ist weich und besitzt lediglich eine dünne Haut, die das wertvolle Öl einschließt. Damit ist es deutlich einfacher als bei anderen Kernen an das Öl, in diesem Fall das „grüne Gold“ heranzukommen und eine effiziente Pressung zu ermöglichen.

Vor etwa 100 Jahren begann man durch Selektion der Mutationen die weichschalige Variante zu züchten. Bis in 1980er Jahre war das leckere und überaus gesunde Kürbiskernöl nur innerhalb von Österreich und dem südlichen Teil der Steiermark bekannt. Ab den 1980er Jahren begann dann der Einzug dieses edlen Kernöls in die Küchen der Welt.

Das Kürbisöl wird aus den getrockneten, gemahlenen Kernen und anschließend durch Pressung des gerösteten Mehlkuchens (Kürbiskernmehl, Wasser und Salz) gewonnen.

KürbiskernöDie dunkle, charakteristische Farbe des Öls resultiert dabei aus dem hohen Gehalt an Chlorophyll und Carotin in den Samenhüllen der Kerne.

Der ausgeprägte nussige Eigen-geschmack macht es zu einem Alleskönner in der Anwendung: Neben dem Klassiker Vanilleeis und Kürbissuppe erhalten Blattsalate, Rohkost und warmes Gemüse eine sehr pikante Note. Ein paar Spritzer auf Pellkartoffeln oder auf einen warmen Ziegenkäse sorgen für ein besonders herzhaftes Geschmackserlebnis. Auch zum Verfeinern von Fonduesoßen eignet sich das Öl ausgezeichnet.

Doch was ist das Besondere am Kürbiskernöl?

Kürbiskerne liefern hochwertigste essentielle Fettsäuren. Das Kürbiskernöl besteht zu ca. 80 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren. Der Anteil an der mehrfach ungesättigten Fettsäure, insbesondere der Linolsäure, liegt bei beachtlichen 45 Prozent.

Doch der – aus unserer Sicht – wichtigste Bestandteil des Öles sind die sogenannten Phytosterole, welche eine überaus positive Wirkung auf die männliche Prostata und den androgenetisch bedingten Haarausfall haben. Hört, hört!

Phytosterole wirken nämlich als 5α-Reduktase-Hemmer und vermindern damit deutlich die Bildung und die Aktivität dieses Enzyms, welches wiederum für die Umwandlung des Sexualhormons Testosteron in DHT (Dihydrotestosteron) verantwortlich ist. Und ein zu hoher DHT-Spiegel gilt als Ursache sowohl für den androgenetisch bedingten Haarausfall  (weil er das Wachstum der Haarfolikel massiv hemmt) als auch für die benigne Prostatahyperplasie (BPH = gutartige Prostatavergrößerung). Wird das Enzym an seiner Arbeit gehindert, sinkt der DHT-Spiegel,

die Prostata kann sich wieder erholen und der androgentisch bedingten Haarausfall wird gestoppt.

Interessanterweise gibt es dazu sehr bekannte und sehr teurere Arzneimittel, etwa „Propecia“, welche genau diese Wirkungsweise, aber durch den Einsatz des künstlichen Wirkstoffs Finasterid (ein synthetisches Steroid) erzielen, um somit den androgentisch bedingten Haarausfall und die benigne Prostatahyperplasie (gutartige Prostatavergrößerung) zu bekämpfen. Durch seine Ähnlichkeit zum natürlichen Testosteron blockiere es die 5α-Reduktase und verhindere so die Umwandlung des Sexualhormons Testosteron in DHT.

Natürlich können auch noch andere Faktoren zu einer gutartige Prostatavergrößerung führen, etwa ein gestörtes Testosteron-Östrogen-Verhältnis, eine mögliche Einwirkung hormonähnlicher Stoffe aus der Umwelt (sogenannte Xenoestrogene) oder durch Bewegungsmangel oder zusätzlichen Druck auf die Prostata, z. B. bei Lastkraftwagenfahrern, Busfahrern, Piloten oder auch leidenschaftlichen Radfahrern.

Gibt es Probleme mit Blase oder Prostata, sollte in jedem Falle ein Arztbesuch stattfinden. Und wenn dann vom Arzt eine Medikation, also Tabletten, mit Kürbiskernwirkstoffen empfohlen und verschrieben wird, dann kannst du innerlich schmunzeln! Du kennst ja deren Wirkung.

Gegen die Verwendung eines natürlichen und zudem äußerst genußreichen Heilmittels kann es keine Einwendung geben, zumal auch die klinische Studienlage hier sehr eindeutig ist.
Hier mal die neueste Studien dazu: Im Jahr 2009 konnten koreanische Forscher in einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie zeigen, dass die tägliche Einnehme von Kürbiskernöl sich positiv auf die Prostata auswirkt (siehe unten) und zu einer spürbare Verbesserung der Lebensqualität der Probanten bereits nach 6 Monaten führte. Übrigens sanken auch gleichzeitig deren PSA-Werte; ein Wert, der nicht nur gutartige Prostatabeschwerden anzeigt, sondern auch Prostatakrebs.

Im Journal Urologia Internationalis wurde 2011 geschrieben, dass Kürbiskerne in einer Menge von 15 Prozent der täglichen Kalorienmenge nach 28 Tagen die Prostata verkleinern konnten. Auch hier zeigte sich eine Senkung des PSA-Wertes (siehe unten).

In einer aktuellen Studie in Deutschland aus dem Jahr 2016, wurden mehr als 1.400 Männer mit BPH in drei Gruppen zweimal täglich 5 Gramm Kürbiskerne, zweimal täglich Kapseln mit je 500 mg Kürbiskernextrakt oder ein Placebopräparat verabreicht. Nach 12 Monaten zeigte sich, dass allein die Gruppe, die täglich einfach nur Kürbiskerne gegessen hatte, es deutlich besser ging. Bei den anderen beiden Gruppen ergaben sich keine Effekte. Da lacht die Natur…!

Kürbiskernöl und Kürbsikerne… ja,

Kübriskernextrakte…nein!

Ehrlich, wir verstehen an dieser Stelle auch nicht, warum wir auf einen Extrakt zurückgreifen sollen, wenn sowohl die Kerne als auch das Öl ein absoluter Gaumenschmaus sind!

Und noch ein Gedanke von uns:

Wenn du keine akuten, lebensbedrohlichen Probleme mit deiner Prostata hast, dann wäre unser Vorschlag: nehme jeden Tag 3 mal 1 Teelöffel vom steirischen Kürbiskernöl,  das Ganze in Verbindung mit OPC (siehe hier)… es würde uns sehr wundern, wenn du nach ein paar Wochen keine positiven Veränderungen an dir entdecken könntest…

Bei androgentisch bedingten Haarausfall reicht bereits 1 Teelöffel am Tag – oder einfach den täglichen Salat mit einem Kürbiskernöldressing zubereiten. Eine randomisierte placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2014 zeigte, dass die Einnahme von 320 mg Kürbiskernöl (tägliche Menge = 1 Teelöffel) zu einer 40 prozentigen Zunahme der Haarfülle führen konnte. Wenn das mal keine Ansage ist! Übrigens empfehlen wir hier auch zusätzlich die Einnahme von OPC.

 

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Quelle:

  • Hong Heeok et al., Effects of pumpkin seed oil and saw palmetto oil in Korean men with symptomatic benign prostatic hyperplasia, Nutr Res Pract, 2009, (Auswirkungen von Kürbiskernöl und Sägepalmöl bei koreanischen Männern mit symptomatischer BPH).
  • Cho YH et al., Effect of Pumpkin Seed Oil on Hair Growth in Men with Androgenetic Alopecia: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial, April 2014, Evid Based Complement Alternat Med, (Wirkung von Kürbiskernöl auf Haarwachstum bei Männern mit androgenetischem Haarausfall: eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie).
  • Ejike CE et al, Inhibition of the experimental induction of benign prostatic hyperplasia: a possible role for fluted pumpkin (Telfairia occidentalis Hook f.) seeds., Urologia internationalis, 2011;87(2):218-24, (Hemmung der experimentellen Induktion von bösartiger Prostatahyperplasie: eine mögliche Rolle für geriffelte Kürbiskerne (Telfairia occidentalis Hook f.)).
  • Nishimura M et al., Pumpkin Seed Oil Extracted From Cucurbita maxima Improves Urinary Disorder in Human Overactive Bladder, Januar 2014, J Tradit Complement Med, (Kürbiskernöl verbessert Harnwegsstörungen beim Menschen mit Reizblase).
  • Tsai YS et. al., „Pumpkin seed oil and phytosterol-F can block testosterone/prazosin-induced prostate growth in rats“ Urol Int. 2006;77(3):269-74. (Kürbiskernöl und Phytosterol-F können testosteron- bzw. Prazosinbedingtes Prostatawachstum in Ratten blocken).
  • Chase B., „Pumpkins lower blood glucose levels, shrink enlarged prostates and prevent male hair loss“ Natural News 2012 (Kürbisse senken Blutzuckerwerte, lassen vergrösserte Prostata schrumpfen und beugen männlichem Haarausfall vor).

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